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Wohlfühlfernsehen von früher™

Donnerstag, 23. Juli 2009 21:27 Sehen Maegz Kommentare (4)

Mittlerweile klappt es ja: Viele 80er-Jahre Fernsehserien gibt es schon auf DVD. Um Mittdreißigern die Erinnerungen ihrer Jugend teuer zu verkaufen werden Rechtefragen geklärt, alte Bänder hervorgekramt und wie beim Puzzle einzelne verschollen geglaubte Einzelfolgen zu Staffeln verpackt.

simon_and_simon Auch ich nenne mittlerweile eine stolze Sammlung alter 80er-Serien mein eigen: Ein Colt für alle Fälle, Tom & Jerry, Hart aber herzlich, Dr. Snuggles, die Märchenbraut, Magnum PI, Trio mit 4 Fäusten, Duck Tales… Zu meinem Glück fehlt mir jetzt noch Captain Future (derzeit zu astronomischem Kurs gehandelt), Remington Steele auf Deutsch, die Gummibärenbande und die dreibeinigen Herrscher. Immerhin eine schmerzliche Lücke wird ab 11. September endlich geschlossen: Simon & Simon erscheint auf DVD!

Im Moment schwebt mir vor, dass ich es wie in meiner Kindheit handhabe: Alles zu seiner Zeit. Montags gibts Colt Seavers, Dienstags Magnum, am Mittwoch Trio mit 4 Fäusten und Donnerstags Simon & Simon. Duck Tales hebe ich mir für Samstag auf. Fehlt mir nur noch der Freitag und der Sonntag. Irgendeiner eine Idee?

Wenn ich einmal Kinder habe, werde ich das genauso handhaben. Auf keinen Fall bekommen die den Schrott zu sehen, der heute überall läuft. Bis dahin habe ich alle meine DVDs auf einem Medienserver hinter dem Fernseher und dann gibts Fernsehprogramm mit gutem Stoff aus den 80ern: Keine MTV-Stakkato-Schnitte, kein Leichen sezieren, keine komplexen Handlungen. Einfache, gute alte Fernsehkost. Natürlich kommt einem das heute evtl. etwas dröge vor, wenn man Trio mit 4 Fäusten direkt mit CSI Miami oder 24 vergleicht. Aber dafür kann man ersteres wenigstens auch Kinder schauen lassen. Mir hats schließlich auch nicht geschadet :-)

Tags für diesen Artikel: 80er, Colt Seavers, DVD, Fernsehen, Magnum, Serien, Simon& Simon, TV

Vinyl Top 5 - Pt. 2

Mittwoch, 26. März 2008 20:04 Musik Maegz Kommentare (0)

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, die Plätze 3 bis 1. Nun denn, anschnallen und ab in die 80er...

Platz 3: David Bowie
A: When the wind blows / B: Instrumental
1986/Virgin Records

Der Film "Wenn der Wind weht" ist ein leider eher unbekannter Zeichentrickfilm der 1987 in die Kinos kam. Aufgrund der ernsten Thematik (die Folgen eines Atomkrieges) war der Film in den Kinos unserer Stadt erst ab 16 freigegeben, was mich maßlos ärgerte, denn ich wollte ihn damals unbedingt sehen. Ganz großes Kino war auch der Titelsong von David Bowie. Ernst, hymnisch mit helleren Passagen aber letztlich doch traurig. Zwischen 12 und 32 ändert sich der Musikgeschmack ja (zum Glück) "etwas". Aber David Bowie hat mich seit dieser Zeit beleitet. Seine Stimme, sein Charisma, seine schiefen Zähne und vor allem seine Songs. "Let's dance", "China girl" und "Golden years" sind Klassiker, aber vor allem "When the wind blows" hat aufgrund seiner schwermütigen Thematik eine magische Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Heute besitze ich eine David Bowie "Best of"-DVD, den Film auf DVD und diverse Alben. Den Grundstein habe damals mit dieser Single gelegt.

Platz 2: Henry Mancini & his Orchestra
A: The Pink Panther Theme / B: Something for Sellers
1963/RCA Ariola

Manchmal, wenn ich alte James Bond-Filme aus den 60ern anschaue, fühle ich mich, als würde ich in der falschen Zeit leben. Ich mag diese 60er-Jahre, in denen ich nicht aufgewachsen bin, aber in denen Männer noch wussten, wie man Krawattenknoten bindet und dass man Frauen die Tür aufhält. Die 60er hatten auf diese Art und Weise eben Stil. Genau wie Musik von Henry Mancini. Er hat viele bekannte Stücke geschrieben, aber in meiner Kindheit interessierte mich natürlich nur sein "Pink Panther Theme". Erstens wegen der Zeichentrickserie und zweitens wegen der Inspector Closeau-Filme mit dem großartigen Peter Sellers. Und obwohl ich zu Weihnachten am liebsten von Geschenken überrascht wurde, ließ es sich dennoch nicht vermeiden, dass man beim Suchen zufälligen Stöbern darauf stößt. Auf dem Schrank meines älteren Bruders entdeckte ich eine Single und legte sie sofort wieder weg, weil ich ja überrascht werden wollte. Das Einzige, was ich zu erspäen geglaubt hatte, war dass es sich bei dieser Single um "Peter und der Wolf" handelte. Irgendein gezeichnetes Vieh auf dem Cover. Nee, oder? Peter und der Wolf? Hey, ich war ja schon fast erwachsen. Oder zumindest in der Pubertät. Beinahe zumindest. Da war der olle Peter mit seinem altbackenen Wolf doch eine Spur zu kindlich für mich. Die letzten Tage bis zum Fest übte ich also, möglichst überrascht und freudig auszusehen wenn mir mein Bruder das Geschenk überreichen würde. Ich träumte sogar nachts davon! Peter und der Wolf. Mist. Umso größer war die Überraschung, als ich dann zu Weihnachten Henry Mancinis "Pink Panther Theme" auspackte. Mein Bruder hatte mich also doch für cooler und erwachsener gehalten und mir eine coole und erwachsene Single geschenkt. Da war dann sogar die Freude echt. Eindeutig mein Geschmacks-Favorit in der Top 5-Liste meiner Lieblings-Singles.

Platz 1: Tiffany
A: I think we're alone now / B: No Rules
1987/MCA Records

Meine erste, vom eigenen Taschengeld selbst gekaufte Single ist: Tiffany - I think we're alone now. Ok, jetzt ist es raus. Aber jetzt bitte mal alle die vortreten, die als erstes gleich mal Portishead oder Hendrix gekauft haben, ja? Na also. Es scheint fast wie ein unvermeidliches Naturgesetz, dass die ersten Platten peinlich sein müssen. Aber mit 12 deckte sich diese rothaarige junge Dame in der Jeansjacke genau mit meiner pubertär aufkeimenden Vorstellung von "hübsch". Natürlich hätte ich das nicht zugegeben, aber ich fand diesen verträumten Blick auf der Rückseite anziehend. Und so begabt, wie sie war... Dass Ritchie Cordell dieses Lied bereits 1967 für Tommy James & the Shondells geschrieben hatte, interessierte mich nicht. Dieses Lied war wie ein Startschuss in meine Pubertät. Ich wollte unbedingt... so eine coole Jeansjacke (vom Knutschen hatte ich ja noch keine Ahnung). Was bekam ich? Eine Jinglers-Jacke von C&A. Das war nicht ganz, was ich erhofft hatte, aber die würde es zur Not erst einmal tun müssen. Nur einmal noch hat mich ein Song so berührt, wie es damals Tiffany tat: Robin Beck mit "First Time". Aber geknutscht hab ich auch dazu nicht.

So und jetzt mal zu euch: Welche Top 5 oder Lieblings Vinyl-Singles habt ihr? Raus mit den peinlichen Platten und den Klassikern des guten Geschmacks ;-)

Tags für diesen Artikel: 80er, damals™, musik, platten, single, top 5, vinyl

Vinyl Top 5 - Pt. 1

Mittwoch, 26. März 2008 07:30 Musik Maegz Kommentare (0)

Als ich anfing zu bloggen (Damals™im heißen Sommer 2004 bei 20six) waren Top 5-Listen eine große Sache. Jeder hatte eine zu irgendeinem Thema. Eigentlich war das auch unterhaltsam, denn jeder diskutierte mit jedem und Themen wurden weitergereicht. Weswegen ich heute auch mal wieder die Idee einer Top 5-Liste aufgreifen möchte. Kennt ihr noch Vinyl-Schallplatten? Sollten jüngere Leser anwesend sein, finden Sie die Erklärung hierzu bei Wikipedia. Als Kind der 70er erlebte ich Mitte der 80er unmittelbar den Wechsel von Schallplatten zu CDs mit. Und ich verpasste knapp den Anschluss an das nostalgisch-sympathische aber aussterbende Medium Vinyl. Stattdessen wuchs schon bald neben einigen wenigen Platten ein stattlicher Stapel CDs in die Höhe. Mangels Masse sind die Top 5 meiner Vinyl-Singles schnell abgehakt: Ich hatte nur fünf. Und deshalb heute und morgen die Top 5 meiner Vinyl-Singles...

Platz 5: Genesis
A: Tonight, tonight, tonight / B: In the glow of the night
1987/Virgin Records

Eigentlich hatte ich diese nur, weil ich einen Füller in einer Plattenbestellung gebraucht hatte. Mitte der 80er Jahre geisterten in den Schulpausen immer kleine auf sehr dünnes Papier gedruckte Kataloge eines Platten-Mailorder-Versenders durch die Reihen. Ich weiß nicht mehr, wie der hieß, aber er hatte ein Krokodil als Maskottchen. Platten, gerade Singles, waren dort günstig (ideal, wenn das Taschengeld mal wieder etwas knapp war) und wenn man eine bestimmte Menge Alben und Singles bestellte, erhielt man wiederum andere Alben und Singles günstiger oder umsonst. Dann raffte sich irgendeiner aus der Klasse auf, sammelte das Geld ein und bestellte den kompletten Kram für die ganze Klasse. Ich weiß nur noch, dass ich irgendwie eine Single frei hatte und entschied mich dann für "Tonight tonight tonight" von Genesis. Ganz schön dämlich, wenn man bedenkt, dass mein Bruder das ganze Album "Invisible touch" hatte, von dem der Track stammte. Aber ich wollte doch meine eigene Plattensammlung aufbauen.

Platz 4: Living in the Box
A: Blow the House down / B: Dance the mayonnaise
1989/Chrysalis

Diese Single wollte ich wirklich haben; vermutlich hatte ich das peter-gabrielesque Video auf Formel Eins gesehen. Wieder für die Jüngeren: Formel Eins hatte nichts mit Autosport zu tun sondern war der Name einer Fernsehsendung mit Musikvideos. Der Song klang für die späten 80er noch ziemlich modern, aber schon bald sollte dieser typische Sound von Acid-Techno und der Eurodance-Welle abgelöst werden. "Blow the house down" war die zweite bekannte Singles-Auskopplung nach "Living in a box" und neben "Room in your heart" wohl einer der drei wenigen Hits der Band. Wer die B-Seite "Tanz die Mayonnaise" hört, kann sich vorstellen warum. Damals stand ich ja noch auf diesen stark synthie-geprägten Pop wie ihn auch Nik Kershaw machte. Von dem hatte ich leider nur eine BRAVO-Autogrammkarte (vier Stück auf einem Bogen, an den Perforationslinien zu trennen) und ein Poster, aber leider keine Platte. Vermutlich war das Taschengeld alle.

So, dass wars zum ersten Teil meiner kleinen Vinyl-Single Top 5. Die Plätze 3 bis 1 folgen, u.a. mit einer Single die ich geschenkt bekam und auf die ich heute noch stolz bin und meiner ersten selbst gekauften Single/Platte überhaupt. Purer Trash! :-)

Tags für diesen Artikel: 80er, damals™, musik, platten, single, top 5, vinyl

From Batman with love

Montag, 30. Oktober 2006 09:07 Alltägliches Maegz Kommentare (17)

Wir schreiben etwa das Jahr 1983. Die 80er gewinnen langsam an Fahrt aber die Olympischen Sommerspiel in Los Angeles, die ich in den Ferien bei meiner Verwandschaft in Lübeck im Fernsehen mitverfolgen würde, sind noch ein Jahr entfernt. Ich bin acht Jahre alt und habe, wie viele Gleichaltrige, unter anderem ein großes Interesse an meinen Lego-Baukästen und an Superhelden wie Batman. Vor allem Batman. Sein mystisches Schwarz hat mich schon damals angezogen. Er wirkte im Gegensatz zum Strahlemann Superman dunkler, unheimlicher ja irgendwie sinister (auch wenn ich damals noch nicht wusste, was das Wort bedeutete). Er war trotzdem einer von den Guten. Aber entschlossen, das Gute notfalls mit allen Mitteln durchzusetzen. In der Fantasie eines Achtjährigen ist für komplexe Diplomatie und Appeasement kein Platz, da werden einfache Lösungen vorgezogen.

Mit meinen Lego-Baukästen (immerhin eine Polizeistation, ein Flughafen, eine Formel 1 Strecke und diverse kleinere Sortimente) wollte ich gerne auch eine Batman-Welt nachbauen, nur gab es dafür einfach zu wenig schwarze Steine. Und die Legomännchen waren auch einfach zu... naja gelb eben. Sie hatten gelbe Gesichter und gelbe Hände. Wenn man Glück hatte war mal einer mit einem Helm dabei. Aber Fledermausohren oder ein schwarzes Cape? Fehlanzeige. Als Kind mit Hang zu pragmatischen Lösungen (ich erwähnte es oben bereits) machte ich mich also selbst an die Arbeit um mir meinen Lego-Batman zu basteln. Ein wenig Scherenschnitt hier (ich möchte gar nicht wissen, wo ich den Stoff dazu herbekommen habe...), ein bißchen Pappe und Klebstoff dort (die Ohren haben immerhin 23 Jahre gehalten!), ein kleiner gelber Zweckform Klebepunkt (dich ich sonst in Unmengen zu Smileys verwandelte und meine Umgebung damit tapezierte) sowie jede Menge schwarzer Eddingstift – et voilá und fertig war mein eigener selfmade Lego Superheld. Der, der bei den Guten war. Der Schwarze.

Vor zwei Wochen entdeckte ich im Lego-Store in Köln, dass Lego mittlerweile meine Idee aufgegriffen hatte. Nun gut, man kann darüber streiten, ob so ein fertiger Batman genauso viel Charme hat wie das mit viel Herzblut selbstgebastelte Unikat eines Achtjährigen. Aber auf alle Fälle war ich nicht so weit davon entfernt, oder?

Tags für diesen Artikel: 80er, basteln, batman, lego, retro, spielzeug
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