Von Ms. Chilldogg hab ich mir mal den folgenden Fragebogen entliehen. Normalerweise bringe ich solche Jahresrückblicke eher schlecht zusammen, weil ich einfach schon alles vergessen habe. Aber diesmal sind mir doch ein paar Kleinigkeiten eingefallen...
1. Zugenommen oder abgenommen?
Eigentlich nur zu. Mist.
2. Haare länger oder kürzer?
Dieselbe zeitlose Glatze wie auch die letzten sieben Jahre.
3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ungeduldiger (=kurzsichtiger) und altersweiser (=weitsichtiger)
4. Mehr Kohle oder weniger?
Unwesentlich mehr. Aber kommt immer weniger an.
5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. "Ich hab kein Geld, das muss weg, brauchen wir gar nich' länger reden" (5 Sterne deluxe)
6. Mehr bewegt oder weniger?
Bißchen mehr. Wird mehr. Tendenz leicht steigend.
7. Die teuerste Anschaffung?
"nur mal eben mein Auto in die Werkstatt, bißchen durchecken und kleinere Reperaturen..." Ouch!
8. Das leckerste Essen?
Immer wieder Wien.
9. Das beste Buch?
Liegt vermutlich noch auf dem Stapel 2006 gekaufter ungelesener.
1o. Das enttäuschendste Buch?
Sparbuch.
11. Der ergreifendste Film?
Ergreifende Filme habe ich 2006 keine gesehen. Aber Casino Royale habe ich drei mal gesehen.
12. Die beste CD?
Reiche ich noch nach. Da gab es ein paar... *in der Plattenkiste stöbert*
13. Das schönste Konzert?
Jan Delay im Zapata in Stuttgart. Ganz großer Funk.
14. Die meiste Zeit verbracht mit…?
L. Könnte trotzdem noch mehr sein.
15. Die schönste Zeit verbracht mit …?
L. (siehe Frage 14). Toll, nicht?
16. Vorherrschendes Gefühl 2006?
Positives nach vorne Blicken. In der Mitte jobbedingte Hänger. WM-Freude.
17. 2oo6 zum ersten Mal getan?
Mir fallen auf Anhieb keine nennenswerten Premieren ein.
18. 2oo6 nach langer Zeit wieder getan?
Gekündigt.
19. 3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Meine Steuerklasse, meinen Unfall, Umstrukturierungen in meinem alten Job.
2o. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Mein Herz.
21. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Einfach da zu sein (Familie, Freunde, L.). Bedeutet mir viel.
22. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Selbst, wenn du es nicht machst, suche ich genau jemanden wie dich für den Job.
23. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich kündige.
24. 2oo6 war mit 1 Wort…?
Gemütlich, aber ausbaufähig. (Oops, drei Wörter)

Richtiger müsste diese Alliteration wohl eher heißen "Wer will billiger Werber werden"? Was branchenintern kein Geheimnis mehr ist, wird jetzt auch von der Bundesagentur für Arbeit bemerkt: Der Werbebranche fehlt der Nachwuchs. Dabei ist dieser Fachkräftemangel hausgemacht. Eine Branche, die davon lebt die Produkte und Dienstleistungen ihre Kunden aufzuhübschen und appetitlich für die Zielgruppe zu präsentieren, ist selbst ein immer unattraktiverer Arbeitgeber geworden. Wie konnte es dazu kommen?
Ich komme mir irgendwie vor, wie ein Wochenendblogger. Mein neuer Job ist eine fordernde Geliebte und verlangt meinen ganzen Einsatz. Leider habe ich immer noch kein Internet, so dass ich mich darauf beschränken muss, von Freitag bis Sonntag Abend ausführlicher im Netz zu stöbern und Blogs zu lesen.
So fühlt es sich also an, die Freiheit. Über fünf Jahre vorbei. Oft hat man das Ende herbeigesehnt, aber es mussten ja auch erst einmal Alternativen gefunden werden. Jetzt ist er plötzlich da, der Tag, an dem alles vorbei ist. Letztendlich ein Job wie viele mit Höhen und Tiefen. Was bleibt ist die Arbeit, deren Ergebnis man hinterlässt und ein paar ehemalige Kollegen*. Mit einigen wenigen wird man befreundet bleiben. Ich werde die Zusammenarbeit mit manchen vermissen, weil es einfach gut funktioniert hat. Aber mir werden auch die Widerstände in Erinnerung bleiben, Verbesserungen für die Firma durchzusetzen. Windmühlen quasi. Vor mir liegt ein halber Ortswechsel, ein neuer Job, neue Aufgaben und neue Menschen. Auch dort wird es nette Kollegen geben. Und auch dort wird es Windmühlen geben. Aber es wird erst einmal eine Weile dauern, bis ich sie erkenne. Und bis dahin freue ich mich über drei restliche Tage Urlaub und eine Zukunft, die es erst einmal zu gestalten gilt. Auf zu neuen Taten!

Your Senf