Comey, Kino, Varieté, wieder Kino, neue kulinarische Erfahrungen… Die Schlagzahl hat sich gesteigert. Nachdem feststeht, dass unsere restliche Zeit hier in Benztown sehr begrenzt ist, sind wir wieder häufiger unterwegs. Mitnehmen was geht. Auf Achse und sehen, erfahren, mitnehmen.Ja, wir waren bei Atze und wir stehen dazu. Es war keine komödiantische Offenbarung, aber unterhaltsam allemal. Auch wenn der Herr Schröder einige recht bekannt anmutende Gags in neue Gewänder packte waren es doch recht kurzweilige Stunden. Mittendrin gabs sogar noch einen Heiratsantrag live auf der Bühne. Das satirische Kontrastprogramm folgt im April in Form von Hagen Rether im Theaterhaus.
War beim Essener Comedy-Proll meine bessere Hälfte noch dabei, musste ich bei Michael Clayton auf sie verzichten. Ist schon traurig, dass ich als Mann in unserer Beziehung die Fahne für George Clooney hochhalten muss. Aber sie kann ihm einfach nix abgewinnen. Ich sehe ihn gerne und so gabs einen Solo-Kinoabend für mich im UFA-Palast. In der Schlange vorm Getränkestand vor und hinter mir knutschende Pärchen. Na toll. Der Film ist kurz gesagt eine Mischung aus Matlock und Erin Brokovich. Ein Anwalts-Thriller mit einer interessanten wenn auch zuweilen etwas vorhersehbaren Geschichte. Clooney spielt den desillusionierten Ausputzer Clayton sehr gut und hat die Oscar-Nominierung – wie ich finde – verdient. Sehr positiv ist auch die Filmmusik von James Newton Howard, die sich perfekt um die Szenen schmiegt, dabei aber nie aufdringlich in den Vordergrund spielt. Regisseur Tony Gilroy schafft es mit ganz klassisch ruhigen Bildern diese Geschichte zu erzählen und verzichtet dankenswerterweise auf Handkamera-Action und Schnitte im MTV-Stakkato-Stil. Eine Empfehlung mit 8 von 10 Punkten. Den Rest kann ich bei der Kritik von Filmstarts.de so unterschreiben.
Nachdem wir über Leezas Brötchengeber Karten für eine "Subkultur als First-Class-Entertainment" Show im Friedrichsbau Varieté für die Hälfte bekommen konnten, nahmen wir auch das mit. Ok, mit Vorbehalt, denn ich sah mich schon einer sehr unaufregenden Geschichte gegenüber. So ein bißchen Untergrund für die betuchte Klientel aufgehübscht. Aber letztendlich wurde ich sehr positiv überrascht, denn "FUTURA" machte wirklich Spaß. Artisten, Jonglage, Breakdance, BMX und DJ-Performances und als Running Gag des Abends eine kaukasischer Clown. Das alles war sehr kurzweilig und sehr beeindruckend. Und dass ich mich plötzlich in der Nummer des Clowns auf der Bühne wiederfand, dafür konnte ich nun wirklich nichts. Ehrlich! Er ging durch die Reihen auf der Suche nach einem "strong man" und zack verfrachtet er den Blogrocker auf die Bühne. Strong Man. Ich muss vielleicht echt abnehmen. Ich mach das ja wirklich nicht mit Absicht. Spaß gemacht hats natürlich trotzdem, denn Asirya hat sein Handerk an der staatlichen Zirkusschule in Moskau nicht umsonst gelernt. Die Show kann ich sehr empfehlen, denn auch die anderen Künstler sind absolute Meister ihres Fachs. Nebenbei versucht BMX-Meister Frank Wolf dem Publikum sogar Beatboxing beizubringen (hierbei schauten einige gesetztere Herren auch ziemlich kariert aus der Wäsche): Einfach laut "Putz die Katze" sagen und dabei "P" und "K" betonen. Am besten funktioniert es natürlich mit einem Mikro. Ok, genaugenommen hat das an manchen Stellen nicht allzuviel mit Subkultur von der Straße zu tun sondern mehr mit Zirkus und Varieté, aber dennoch 9 von 10 Punkten. Mehr Infos, Termine und Karten unter friedrichsbau.de.
Als Fan vom Clooeys George und Ocean's 11, 12 & 13 musste ich natürlich auch in Ossis Eleven. Der Film um die kleinkriminelle Bande rund um Anführer Oswald genannt "Ossi" greift in vielen Anspielungen und Zitaten die bekannte Trilogie um die Safeknacker aus Las Vegas auf. Dabei gelingen dem Film ein paar sehr schöne eigenständige Gags (z.B. in Verbindung mit einem ehemaligen Stasispitzel). Sogar Sänger Sasha spielt mit und das gar nicht mal schlecht, kommt wirklich sehr sympathisch rüber. Kein must-see, aber ein unterhaltsamer Zeitvertreib mit (ost)deutschem Charme. 6.5 bis 7 von 10 Punkten.
So und dann hat jetzt in Stuttgart noch ein Subway-Klon eröffnet. Gleich gegenüber dem Palast der Republik gibts belegte Brote wie beim Original, nur eben anders. Entdeckt haben wir den Laden schon, als wir aus dem Friedrichsbau-Varieté von der FUTURA-Show kamen. Aber jetzt haben wir Sub Wayne-Fans auch mal probiert, wie es denn so schmeckt. Fresh Sub hat bis jetzt zwei Filialen (Karlsruhe, Stuttgart) und kopiert eigentlich alles vom amerikanischen Vorbild: Es gibt Bonuskarten, das Auswahlprinzip mit Einzelzutaten und Soßen und sogar getoastet kann man das ganze haben. Serviert wird das Ganze auf länglichen Porzellanschälchen und erstaunlicherweise bekleckert man sich mit Fresh Subs nicht. Konkret schmecken diese auf eine natürliche Weise recht unspektakulär. Ich vermute wir haben uns einfach schon an die überwürzten Soßen von Subway gewöhnt. Die Zusammenstlellungen von Fresh Sub klingen durchaus lecker: AustraliaSub mit gegrilltem Haifisch, Frischkäse, Gemüste, Schnittlauch und Soße oder das ToppSub mit Schinken, Putenbrust, Salami, Pepperonisalami, Bacon, Gemüse und Soße nach Wahl klingen durchaus lecker. Aber letztendlich fehlte nicht nur mir sondern auch L das letzte Quentchen Aroma. Was eben durchaus nicht negativ sein muss. Wir stehen einfach mehr auf Parmesan Oregano Bread und die Mexican Southwest Chipotle Soße von Subway. Am besten gefallen hat mir jedoch die Anmerkung auf den Erfrischungstüchern: "Nicht zum Verzehr geeignet". Muss also tatsächlich Menschen geben, denen so ein belegtes Brot nicht reicht
Nette Anekdote am Rande: Als wir gerade unsere Bestellung aufgaben, hat Beo da Silva (fulminante Vertikaltuch-Luftakrobatin aus Brasilien, derzeit in der FUTURA-Show zu sehen) ihren Kaffee bezahlt. Letztendlich ist also auch die Schwabenmetropole Stuttgart nur ein Dorf.
Your Senf