Artikel mit Tag nerv
Strike
Mittwoch, 16. April 2008 12:28 Lob & Tadel Maegz Kommentare (0)
In den 80er und 90er Jahren kannte ich das eigentlich nur aus Frankreich, Italien oder Spanien – Streik. Klar wurde bei uns auch mal gestreikt, aber eigentlich hielt sich das in Grenzen und betraf meistens nur die IG Metall. Und ob ein Auto einen Tag früher oder später vom Band rollt, berührt die meisten von uns im Alltag wohl eher nicht.
Aber irgendwie wird jetzt auch in Deutschland ständig wegen allem gestreikt: Die Bahn, die Post, die niedergelassenen Ärzte, nochmal die Bahn, wieder die Post, die Ärzte der Kliniken,
schon wieder die Bahn... Ständig befindet sich irgendjemand im Arbeitsausstand. Das nimmt langsam Züge einer Bananenrepublik an. Nicht, dass ich falsch verstanden werde, ich finde das Recht zu streiken absolut sinnvoll. Aber wenn Arbeitskämpfe über Monate immer wieder Bereiche des öffentlichen Lebens lähmen, wird das scharfe Schwert des Streiks durch die inflationäre Häufigkeit stumpf, der Effekt nutzt
sich ab und die Wirkung verpufft.
Mit wievielen betroffenen Gruppen soll sich denn die Öffentlichkeit noch solidarisieren? Mit einem Teil der Lokführer. Mit einem anderen Teil der Lokführer.
Mit den privaten Postboten. Mit den Postboten der ehemaligen Staatspost. Mit den Klinikärzten. Mit den niedergelassenen Ärzten. So viel Sympathie man den Einzelnen entgegenbringt, aber irgendwann ist da eben auch
mal Schluss. Wir haben schließlich noch ein eigenes Leben.
Jetzt ist wieder mal ein "Warnstreik" in den Paketverteilzentren der Post. Obwohl die Verhandlungsgespräche bislang völlig normal geführt wurden, wird jetzt schon wieder zwei Tage hintereinander gestreikt. Versteht das jemand? Ich nicht. Wer soll da gewarnt werden? Die Arbeitgeberseite vor weiteren Verhandlungen? Die Verhandlungsposition von Verdi soll damit angeblich gestärkt werden. Mir scheint sie die Seite der Gewerkschaft eher zu schwächen, da sie sich als unzuverlässiger Ansprechpartner darstellt. Für mich als Postkunden, der auf Pakete wartet gibt es jetzt zwei Alternativen zur Post: Ich wähle in Zukunft einen anderen Logistik-Dienstleister oder ich kaufe meine Waren statt im Internet wieder im lokalen Einzelhandel. Keine dieser Möglichkeiten sichert die Arbeitsplätze derjenigen, die gerade für den Erhalt ihrer Stellen nur mal eben so "warn"streiken. Vielleicht sollten sich die Gewerkschaftsfunktionäre mal überlegen, ob solche Schüsse vor den Bug während laufender Verhandlungen wirklich sinnvolle Mittel sind, die eigenen Interessen durchzusetzen.
Noch einmal, ich bin absolut für das Recht auf Streik. Aber nachdem im letzten Jahr jede Woche ein anderer Arzt, Lokführer oder Postler streikt ist jetzt auch mal wieder gut. Die Quantität der Arbeitsniederlegungen lässt das Arbeiten zwischendurch geradezu als ungewöhnliche Pause erscheinen. Vielleicht sollte man statt dem Feiertag der Arbeit am 1. Mai lieber einen Tag dranhängen, um die liegengebliebene Arbeit aufzuholen.
Auch wenn das jetzt alles sehr schwarz klingt, ist es das nicht. Ich hab nur langsam den Kanal voll von Bahnstaus in der Hauptverkehrszeit und Briefen und Paketen, die ewig nicht ankommen.
Schneeweißchen
Mittwoch, 24. Januar 2007 12:30 Alltägliches Maegz Kommentar (1)
Wo waren da eigentlich die ganzen "Wo bleibt unser schöner weißer Winter" Schreihälse? Im Berufsverkehr heute Morgen war jedenfalls kein einziger von euch da. Oder habt ihr da alle noch fein ausgeschlafen, weil auf euch wegen Rente, Studium und Haushalt keiner in der Firma wartet? Tausende Pendler quälen sich leider auch nicht aus reiner Freude jeden Morgen durch die Dunkelheit und so sinken bei diesem Wetter nicht nur die Temperaturen sondern auch die Laune schneller als die Titanic. Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich mag den Winter auch. Schneespaziergänge, die frische Stille zugeschneiter Landschaften, die Kälte. Nur leider gehört mein Chef nicht so zu den größten Schneefans, als dass er mir gestattete ohne Urlaub einfach mal schnee-frei zu nehmen.
Einzige Aufmunterung des Tages: 1. "Vollidiot" Hörbuch im Auto, gelesen von Christoph Maria Herbst (als Überbrückung bis zur nächsten Stromberg-Staffel) 2. Frühstück im Stammcafé (wenn man schon nicht durch den Vollstau kommt, kann man ja wenigstens die Zeit nutzen). Aber dafür tut sich jetzt ein gähnender Abgrund auf meinem Gleitzeit-Konto auf...
§$%&# DPD
Dienstag, 7. November 2006 12:55 Lob & Tadel Maegz Kommentare (6)
Der DPD hat es noch nie geschafft meine Pakate pünktlich auszuliefern. Wirklich noch nie. Meisten hole ich meine Pakete irgendwann selbst im über 30 km entfernten Depot ab. Dafür kann ich dann fast einen halben Tag Urlaub nehmen, denn bei den Öffnungszeiten ist man beim DPD nicht sehr flexibel.
Diesmal scheitert der DPD daran mir ein Paket innerhalb von fünf (in Worten FÜNF!) Tagen von A nach B zu transportieren. Hätte ich geahnt, dass der unfähige DPD meine Tintenpatronen für den Drucker bringen soll, hätte ich woanders gekauft. Dem Anbieter muss ich noch Bescheid geben, dass es leider das letzte mal war, dass ich bei ihm kaufen konnte. Der DPD verhindert weitere Einkäufe. Morgen soll ein neuer Zustellversuch erfolgen. Das dies gelingt, kann ich noch nicht so recht glauben..
Im Paketlebenslauf des Deppen Paketdienstes sieht das folgendermaßen aus: Zustellungsversuch um 10:04 Uhr nicht erfolgreich (klar, da saß ich bereits seit Stunden im Büro, wo sonst?), danach folgen tagelang mehrere Fehlverladungen nur weil ich gewagt habe, das Paket auf eine andere Adresse umzubuchen. Muss schon schwierig sein...
Konzepte, wie es besser geht liefern Packstationen, Hermes-Shops oder noch besser PickPoints. Nur sind die leider auch alles andere als flächendecken verfügbar. Und der ach so wunderbare Abholservice der DPD Paket-Shops steht leider nur Vertragskunden zur Verfügung. Ich habe jetzt den DPD in einer Mail dezent auf diese Problematik aufmerksam gemacht und ihnen meine Hilfe angeboten, wie man den Kundenservice für Privatkunden verbessern kann. Mal sehen, ob sie darauf zurückkommen.
PS: Dass ich mit meiner schlechten Meinung über den DPD wirklich nicht alleine bin, beweisen unzählige negative Einträge in verschiedenen Foren wie Dooyoo und Ciao.
Zeichen der Zeit
Samstag, 21. Oktober 2006 14:49 Alltägliches Maegz Kommentar (1)
Spam bewirbt Produkte oder Leistungen. Diese müssen von irgendjemandem gekauft werden, sonst würde sich Spam ja nicht lohnen. Wenn jemand etwas kauft, weil er per Spam dazu animiert wurde, bedeutet das, er glaubt der Werbung. Täglich werden Fantastilliarden Spams verschickt, aber nur wenige davon (Promillebereich) führen auch zu einem Kauf. Diese erfolgreiche geschäftliche Transaktion bestätigt wiederum für den Anbieter die Werbemethode Spam. Wenn also soviel Spam im Postfach landet, heißt das, dass da draußen genügend Lemminge werbehörig auf Links klicken und aufs große Glück hoffen. Zwei kleine Beispiele...
Beispiel Super Viagra
"Forget about your sexual troubles with Soft Viagra. (Soft? Ich dachte es ginge um dabei irgendwie um Härte?) Your woman (Meine Frau? Ich bin doch gar nicht verheiratet?) will be enchanted (=verzaubert. Aber in was? Ein weißes Kaninchen?) by your instrument (meine Frau – die ich nicht habe – wird verzaubert sein von meiner Gitarre??). Have a life-long holiday with Soft Cialis (holiday = Urlaub, Ferien. Lebenslang frei womit? Egal, her damit!). Boost your stamina with Viagra Pro ("Kurbeln Sie Ihre Kondition an" Wie jetzt, ganz ohne Sport? Nur mit Pillen? Nehm ich. Geht ja fast so einfach wie Abnehmen mit Pillen). Your lady will be ravished (=hingerissen. Haben wir wieder was gelernt. Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit) by your sexual power Super Viagra."
Beispiel Dorfdisko
"Wir scheissen (Wörterbuch meint "scheißen" wäre die korrekte Schreibweise) auf Moral und Anstand! (Ach und ansonsten legt ihr darauf Wert wie ein katholisches Mädchenpensionat?) HEUTE ist MUSCHICLUB im MUSIKPARK (der einzige Muschiclub den ich kenne ist die Katzenabteilung des örtlichen Tierheims) und das heisst (mit dem "ß" habt ihr so ein wenig Probleme, hm?) feiern wie Du es noch nie erlebt hast! (Vielleicht, weil mir da noch nie der Sinn danach stand? A propos "stehen"...) Nur noch einmal dieses Jahr..." (Versprechen oder Drohung?)
Warum wundere ich mich nicht mehr über die ganzen Spacken auf der Straße und im Fernsehen?


Your Senf